Freitag, 19. Februar 2016

Entscheidungen sind Unterscheidungen



Ich habe einen Wikipedia-Text beigefügt, den ich zu 95% nicht verstehe. Aber seit ungefähr 25 Jahren bin ich fasziniert von der Aufforderung „Triff eine Unterscheidung“. Damit beginnt ALLES. Eine Unterscheidung zu treffen, ist fast so etwas wie eine Entscheidung zu treffen, aber die Entscheidung ist in der Regel ja eine Bekräftigung oder Betonung von getroffenen Unterscheidungen. Immer „hinterlässt“ eine Unterscheidung als Spur eine markierte (Dies) und eine unmarkierte Seite (Nicht-Dies). Die markierte Seite ist präzise und die nicht-markierte Seite ist diffus. Wenn ich „gelb“ sage, ist „nicht-gelb“ die unmarkierte Seite. Wenn ich die Einheit dieser Unterscheidung gelb/nicht-gelb wiederum mit einer Unterscheidung benenne, dann könnte ich „Farbe“ sagen und damit eine neue Unterscheidung treffen, auch wieder mit einer markierten Seite „Farbe“ und einer unmarkierten Seite „Nicht-Farbe“. Die nicht-markierte Seite ist aber eben nicht alles andere als „gelb“, denn „gelb“ eröffnet nicht den Horizont auf „Kuchen“ oder „Mädchen“ sondern auf „weitere Farben“. Wenn ich mir eine Gabel aus der Schublade nehme, dann liegt die Gabel im Kontext des Bestecks und ich weiß nicht nur, dass ich dort die Gabel finde sondern auch Messer und Löffel.

Montag, 15. Februar 2016

Ein bisschen systemischer

könnte auch bedeuten, dass man sich von den offensichtlichen Elementen eines sozialen Systems distanziert. Dass man das Interesse an Eigenschaften, Verhaltensweisen von bestimmten Personen verliert und Spaß daran findet, Kommunikation in den Blick zu rücken, die natürlich nicht als Glied einer Kette aufgereiht werden kann und als Einheit in einem größeren Zusammenhang beobachtbar ist, aber zumindest als "Verschleifung" (geht glaube ich auf Peter Fuchs zurück) der Abfolge von Information-Mitteilung-Verstehen-Information-Mitteilung-Verstehen-... sichtbar wird. Unter der Bedingung funktionierender Psychen und durchbluteter Körper in sauerstoffreicher Umgebung hat die Kommunikation gute Chancen fortgesetzt zu werden und sich thematisch (Interaktion), programmatisch (Organsiation) und codiert (Funktionssysteme) zu ordnen.

Mittwoch, 13. Januar 2016

"systemisch" oder "ein bisschen systemischer"

Ich höre immer wieder gerne eine CD von M. Varga von Kibéd "Theoretische Grundlagen des Systemischen Denkens" (gibt's hier). Dort zeigt er u.a., dass die Ansicht man arbeite, denke, handle nun systemisch, gewisserweise schon wieder nicht-systemisch, bzw. eine Beschreibung 1. Ordnung ist. Man bezieht damit eine definitive Position, die die Bedingtheit dieser Beobachtung oder den Kontext des Beobachtens ausblendet und so tut, als wäre es das jetzt, und nicht in Rechnung stellt, dass man sich mit seiner Beobachtung und Beschreibung im Verhältnis zu einer anderen und anders möglichen Beobachtung befindet. Deshalb schlägt Varga von Kibéd vor, lieber davon zu sprechen, man beobachte jetzt etwas systemischer, und mit "sytemischer" zeigt man bereits an, dass es immer nur "systemischer" als vorher, aber nie "systemisch"sein kann. Und das ist jetzt eine ganz und gar "nicht systemische Sicht". :-)

Dienstag, 12. Januar 2016

Drop your Tools

Oft hört man ja, dass die "Tools" fehlen und man erlebt das als Mangel. Es gibt Situationen, in denen Tools sehr hinderlich sind und dabei erinnere ich mich an einen älteren Artikel über das Verlernen im Sinne von Peter Weick.

Montag, 11. Januar 2016

Ein kleiner Schritt für die Azubis, aber ein großer für das Ausbildungscoaching ;-)

Es geschieht schon häufig, dass ich phantasiere, das wirkliche und richtige Leben unserer Azubis würde erst mit dem Start der Ausbildung bei uns beginnen. Dass ich gar nicht in Rechnung stelle, dass so viel Leben davor, daneben und vor allem danach sein kann. Liebe Kolleg_innen, ich bin, du bist, wir sind nur winzige Interventionen in einem reichen, vollen und interessanten Leben der Anderen. Das vergesse ich oft und halte meine Sicht für das Maß aller (vernünftigen) Dinge. Ich übe in diesem Jahr die Haltung des Beobachters, der interveniert, ohne zu intervenieren. :-)

Freitag, 8. Januar 2016

Ableism

Ich entlehne den Begriff des "Ableism" der Inklusionsdebatte und nutze ihn für unser Arbeitsfeld "Übergang Schule-Beruf": Dort stehen die Jugendlichen als zukünftige Azubis und Student_innen im Vordergrund. Dabei geht es selbstverständlich darum, wie sie sich in der zukünftigen Arbeitswelt "nützlich" machen können und wie ihre Fähigkeiten entwickelt werden können. Der "Fähigkeitismus" könnte schon in manchen Fällen die Sicht auf das, was Jugendliche sonst noch so ausmacht verstellen. Es lohnt sich sicher, das "Dogma der Fähigkeiten" kritsch zu beleuchten.

Dienstag, 29. Dezember 2015

Ich frage mich



Von Anna Gusella 

Ich frage mich…



Was ist das nächste Wagnis?

Gibt es ein Leben ohne Alltag?

Kenne ich mich selbst am besten?

Sollte ich mehr Geheimnisse haben?

Bin ich faul?

Wie misst man Glück?

Kann man durch Nachdenken allein zu neuen Erkenntnissen kommen? Wirklich?

Sind wir die Summe unserer Erfahrungen?

Kann man Fantasie verlernen?

Bin ich vorbereitet?

Machen Vorurteile das Leben leichter?

Bin ich frei?

Können Gegenstände sprechen?

Lebe ich oder existiere ich nur?

Hat alles ein Anfang und ein Ende?

Ist es besser, wenn man sich nur auf eine Sache konzentriert?

Muss man ehrlich sein?

Beeinflusst Sprache meine Gedanken?

Was wäre wenn…?

Sehe nur ich das?

Ist das alles nur in meinem Kopf?

Sind Entscheidungen der Gegenwart wichtiger als Entscheidungen der Zukunft?

Warum macht Zeit mir manchmal Angst?

Ist Unwissenheit Freiheit?

Ist Struktur hilfreich?

Brauche ich mehr Struktur?

Sind wir alle nur zu sehr mit uns selbst beschäftigt?

Und warum wird man mit dem Alter immer ängstlicher?

Was habe ich zu verlieren?

Bin ich mir selbst am nächsten?

Gibt es ein Leben ohne Alltag? Bedeutet Alltag Kontrolle und Sicherheit? Sehne ich mich nach Kontrollverlust oder macht es mir Angst?

Bin ich abgestumpft?

Habe ich einen Platz im Leben?

Ist Vergessenes unwichtig?

Bin ich überlebensfähig?

Liegt es in der Natur des Menschen, sich nicht gut entscheiden zu können?

Sollte ich Prioritäten setzen?

Würde mir mehr Natur guttun?

Lebe ich ein oder mehrere Leben?

Ja? Nein?

Können wir uns schlecht entscheiden, weil es mehr Möglichkeiten gibt?

An was glaube ich?

Was bleibt?

Leide ich unter meinem Verstand?

Was bedeutet Potenzial?

Nutze ich mein Potenzial?

Was ist der Unterschied zu Talent?

Wie finde ich das heraus?

Kann sich das entwickeln oder ist es angeboren?

Bin ich vorbereitet?

Kann man sich vorbereiten?

Passe ich mich an? Sollte ich?

Wovor habe ich eigentlich Angst?

Bin ich ein Kind?

Wie kann ich sein?

Was will ich sein?

Sollte ich sein?

Wie will ich sein?

Wo will ich sein?

Wie bin ich?

Wer bin ich?

Was ist Wahrheit?

Sollte ich?

Wie unterscheidet man „wichtig“ und „unwichtig“?

Habe ich Angst vor den Konsequenzen meiner Entscheidung?

Bin ich nützlich?

Sollte ich mehr Geheimnisse haben?

Könnte ich in einer Fantasiewelt glücklicher leben?

Gibt es einen Fixpunkt?

Was bedeutet mir Besitz?

Ist alles möglich?

Alles eine Frage der Interpretation?

Warum suchen wir nach Bedeutung?

Was ist bedeutungsvoll?

Bin ich im Moment zufrieden?

Habe ich zu hohe Erwartungen?

Führt mein Körper ein Eigenleben?

Bin ich meinen Träumen näher gekommen?

Bin ich egoistisch?

Wann habe ich das letzte Mal etwas zum ersten Mal getan?

Leben wir in einer Zeit der Beschleunigung?

Sollte ich der Welt mehr Beachtung schenken?

Ist der Schein nicht auch Realität?

Was ist genug?

Sind meine Bedürfnisse von außen diktiert?

Bin ich kompliziert?