Montag, 18. Juni 2012

bewusst/unbewusst

Die Rede vom Unbewussten wird so locker geführt, dass ich mich immer wundere, wie selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass es etwas gibt, wozu man keinen Zugang hat. Viele hantieren mit dem Unbewussten wie mit einem Container. Sie holen etwas 'raus und füllen etwas hinein. Vielleicht ist die Vorstellung erträglicher, "etwas" irgendwo im "Speicher" zu "haben", als sich vorzustellen, dass "etwas" gar nicht (mehr) "da" "ist".

Samstag, 16. Juni 2012

Die Rolle der Auszubildenden

Ein wichtiger "Sprung" für junge Menschen besteht darin, dass sie nach Schule oder Studium Vollmitglied eines Unternehmens werden, in dem sie nicht wie in Hochschule oder Schule die Publikumsrolle, sondern eine Leistungsrolle ausfüllen. So klar ist dieser Rollenwechsel im Fall von Auszubildenden nicht. Sie agieren zwischen Publikums- und Leistungsrolle. Interessant fände ich, die Unentschiedenheit (zwischen Leistung und Publikum) etwas besser auszuarbeiten.

Donnerstag, 14. Juni 2012

Kollegiale Beratung

Heute ein interessantes Gespräch: Als Einwand gegen unsere kollegiale Beratung wurde vorgebracht, dass immer die Person (Azubi) im Vordergrund stehe. Dabei sei es wichtig, die Wirklichkeit, die um die Person "gebaut" ist, in Betracht zu ziehen. Das ist aus meiner Sicht, etwas anders formuliert, genau das Interessante und Wichtige einer "guten" kollegialen Fallberatung. Man könnte sogar versuchen, jeden Aspekt, abgesehen vom vermeintlichen Problemträger, zu besprechen, der als Bedingung für das problematische Verhalten fungiert. Ganz klassisch systemisch lautet eine entscheidende Frage: Wie sind die Bedingungen, dass x sich so verhält, wie sie sich verhält. Ein bisschen auf die Spitze getrieben, könnte man dann noch nach den Bedingungen der Bedingungen fragen. Das führt weit weg von der Person und trifft die Mitte des exzentrischen Problems :-).

Mittwoch, 13. Juni 2012

Berufseinstiegsbegleitung

Aus meiner Sicht ist die Bezeichnung "Berufseinstiegsbegleitung" ein Wortungetüm, das nicht dazu einlädt, eine Profession (Berufseinstiegsbegleiter) daran zu knüpfen. Peter Fuchs würde bei "Begleitung" sicher die Augen verdrehen und darum bitten, präziser und nicht so pathetisch das zu bezeichnen, wenn man Schüler darin unterstützt, eine passende Berufsperspektive und einen konkreten Ausbildungsplatz zu finden.

Samstag, 21. Januar 2012

Beratungsqualität

Am Donnerstag habe ich eine Konferenz zum Verbundvorhaben "Offener Koordinierungsprozess zur Qualitätsentwicklung der Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung" besucht. Ziemlich beeindruckt von dem großen Aufwand und der umfangreichen Dokumentation kann ich mir aber immer noch schlecht vorstellen, wie man Beratungsqualität messen will.
Mein Eindruck war, dass der entwickelte Qualitätsrahmen und die Qualitätsmerkmale die Praxis wenig instruieren. Die auf der Tagung präsentierten Praxiserfahrungen zeigten, dass der Transfer noch sehr "ruckelt".

Sonntag, 13. November 2011

Berufseinstiegsbegleitung

Im Frühjahr 2012 plant das IMBSE eine weitere Fachtagung zur Berufseinstiegsbegleitung zu organisieren. Dabei soll u.a. die Frage der Professionalität der Beratungsarbeit diskutiert werden. Wir werden versuchen, blinde Flecken eines Arbeitsfeldes auszuleuchten, das hohe Anforderungen ans Personal stellt. Eine bloße Orientierung am Jugendlichen reicht dabei sicherlich nicht aus. Wer bereits jetzt interessiert ist, die Tagung mitzugestalten und teilzunehmen ist herzlich eingeladen, sich zu melden.
Beste Grüße
Harald Maaßen

Mittwoch, 4. Mai 2011

Organisationsethnologie und Ausbildungsvermittlung

Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, Ausbildungsmanagement zu betreiben. Dabei geht es in der Akquisition der potenziellen Betriebe darum, viele Informationen darüber zu sammeln, welche Anforderungen das Unternehmen an die zukünftigen BewerberInnen stellt. Zu dieser Phase der Akquisition hält man Jobstarter viele hilfreiche Fragebögen bereit. Der Kontext der Organisation wird dabei jedoch nicht mitbeobachtet. Wie wären z.B. folgende Fragen:
Welche Rituale waren beobachtbar? Welchen Eindruck machen die Mitarbeitenden auf den ersten Blick? Wie wird über die Organisation berichtet? Für wen stehen Parkplätze zur Verfügung?
Diese Fragen sollen helfen, das Ausgeblendete einzublenden. Aus unserer Sicht ergänzen diese Beobachtungen die "harten Fakten" der eigentlichen Befragung auf brauchbare Weise. Als kleine Einführung in das Thema der Organisationsethnologie soll mir der folgende Text dienen: Organisationsethnologie als Grundlage von Organisationsberatung